Mittwoch, 17. November 2010

09.11.2010 Back to Auckland Tour, Day 28























Da wir erst ziemlich spät ins Bett gekommen waren, klingelte der Wecker schon nach 5 Stunden. Es war früh halb 6 und schweine kalt. Über Nacht hatte es noch mal richtig angezogen und da unser Auto zugefroren war, ging es wohl bis in die Minusgrade hinein. Wir packten uns natürlich erstmal warm ein, räumten die Hütte und standen pünktlich am Eingang der Discovery Lodge bereit und warteten auf den Bus. Der kam dann auch gleich und brachte uns nach einem kleinen Check unserer Ausrüstung auch zum Start des Tongario Crossings. Während der Fahrt erklärte er uns dann noch das der Wetterbericht schönes Wetter vorausgesagt hätte, wies uns aber auf die doch zahlreich am Himmel erschienen Wolken hin und meinte nur das Wetterberichte hier nie viel zu bedeuten hätten. Am Start abgesetzt ging es dann auch gleich bei Km 0 los. Die Landschaft sah schon sehr toll aus und der Weg war noch ganz gut präpariert. Ein wenig später artete es dann schon in eine kleine Kletterpartie aus und kurz darauf ging es über jede Menge Treppenstufen richtig steil nach oben. Auf dem mittleren Teil des Aufstieges angekommen, mussten wir erstmal verschnaufen und ich begann auch gleich noch alles Überschüssige auszuziehen, da wir alles drei wie verrückt schwitzten. Beim weiteren Teil des Aufstieges hatte Helmut ganz schön mit der Luft zu kämpfen und wir hielten lieber noch ein paar mal an, bis wir oben am Fuße des Mt. Ngauruhohe (Schicksalsberg aus Herr der Ringe) angekommen erstmal eine richtige Frühstückspause einlegten. Bei der Pause fielen unserem Gehör mal wieder jede Menge Deutsche auf. Die sind echt überall und dann ging es aber mit inzwischen immer mehr Wandersleuten weiter. Wir durchquerten das Tal zwischen dem Vulkan Tongario und Mt. Ngauruhohe. Die Erde war unter der Sonne gerade am auftauen und es wurde richtig schlammig. Den ersten Schnee hatten wir dann auch schon betreten und es kam mal wieder ein kleiner Aufstieg. Oben angekommen, gab es eine tolle Aussicht in das ganze Hinterland, sowie die wirklich krasse Vulkanlandschaft um uns herum. Dann ging es auf der Schulter des Mt. Tongario weiter, von wo aus man einen super Blick auf die dortigen Kraterseen hatte. Zu diesen hatten wir dann einen steilen, nur aus Geröll bestehenden Weg, zu bewältigen. Gerade vor diesem Weg hatte uns der Busfahrer noch gewarnt, da hier wohl die meisten Verletzungen passieren würden. Allerdings kamen wir ohne Probleme unten an und ich war sehr froh, dass ich hohe Wanderschuhe hatte. An den drei kleinen Seen unten lagen noch richtige Eisschollen, überall dampfte es und roch nach faulen Eiern. Wir gingen dann über ein ganzes Stück festen Schnee weiter zum großen Kraterlake, wo wir uns für eine weiter Mahlzeit niederließen. Nach der Stärkung ging es über einen weiteren Anstieg weiter um dann auf einem schmalen Gebirgspfad mit gelegentlicher Schneequerung nur noch nach unten ins Tal auf die andere Seite der Berge zu laufen. Dabei machten wir noch mal an einer DOC Hütte stopp und genossen noch ein bisschen die schöne Aussicht, bevor es dann nur noch steil nach unten ins Tal ging. Mit der Zeit taten uns schon richtig die Kniee weh und die Füße brannten. Nach 7 Stunden hatten wir dann unser Ziel im Tal erreicht, machten es uns auf einer Wiese bequem und warteten auf den Bus. Während wir da so herum lagen, kamen wir uns fast wie in Deutschland vor. Überall um uns herum wurde nur Deutsch gesprochen wurde, echt krass. Dann kam auch endlich unser Bus und brachte uns zurück zur Lodge. Während der Fahrt entnahmen wir einem Gespräch, dass wir wohl auf der Wanderung die deutsche Ruder Nationalmannschaft der Frauen getroffen hatten, die gerade in der Nähe ihre Wettkämpfe hatten. Wir machten uns dann schnell ins Auto und fuhren weiter Richtung Rotorura. Im Wai O Tapu Wonderland wollte Bastl noch schnell ein Souvenir besorgen wollte, wir kamen dort pünktlich 17 Uhr mit der typischen Neuseeländischen Ladenschließzeit an. Bastl rannte noch schnell herein und wurde sogar noch bedient, allerdings gab es sein Souvenir leider nicht mehr. Also ging es weiter, ganz schnell durch Rotorura mit seinem Gestank nach faulen Eiern hindurch bis nach Tauranga, dort hatten wir uns ein schönes Hostel herausgesucht. Als wir dann allerdings an der Rezeption nachgefragt haben, stellte sich leider heraus das es schon voll war, deswegen suchten wir in unsere Broschüre weiter und wurden in Whangamata fündig. Dorthin war es dann zwar noch mal eine Stunde, aber dafür waren wir dann schon mitten in Coromandel, wo wir den letzten Tag noch mal das schöne Wetter am Strand genießen wollten. Dort angekommen checkten wir gegen 21 Uhr ein und beschlossen noch mal schnell in die City zu fahren um nach einem Restaurant zum Abendessen zu schauen. Also fuhren wir aus dem Grundstück, bogen die die erste links ab, fuhren ca. 150m und dann Zitat Possi… „und dann wurde es schräg“ . Bastl und Helmut sahen auf der linken Seite etwas Restaurant ähnliches, also setzte Basti den Blinker um links heranzufahren und wurde langsamer, bevor wir allerdings zum stehen kamen gab es hinten rechts eine heftigen rums. Nach ein paar Sekunden hatte ich dann realisiert das wir damit wohl gerade unseren ersten Autounfall in Neuseeland erlebt hatten. Unser Auto hatte der Stoß mit der linken Seite über die Bordsteinkante hinweg auf die Wiese neben uns katapultiert, ansonsten standen wir aber noch normal in Fahrtrichtung und fragten uns was gerade passiert war. Ich hatte da ich hinten links mit dem ganzen Gepäck neben mir saß, außer dem Stoß nicht viel mitbekommen, sah aber vor uns auf der Straße das andere Auto mit der rechten Fahrerseite zu uns gedreht auf dem Dach liegen. Nach kurzer Zeit kroch dann hinten aus der Heckscheibe ein junger Kerl hinaus und rannte wie angestochen um das Auto, wir waren dann schon ausgestiegen und Helmut fragte ihn Geistesgegenwärtig ob noch jemand im Auto wäre. Er jedoch rannte erstmal weiter unter Schock wie auf Drogen herum und schrie nur „what´s going on? That´s not my fault.“. Nachdem Helmut noch mal eindringlich nachfragte, wussten wir dann das er wohl der Fahrer war und keiner weiter im Auto ist. Danach stellten wir fest das sich hinter uns noch ein Auto mit einer Zeugin befand, die wohl alles gesehen hatte und den jungen vollbrüllte ob er noch ganz glatt wäre. Er hatte sie wohl kurz vorher schon genauso gefährlich überholt und bei uns ist es dann schief gegangen. Nach kurzem Gespräch mit der Frau, wussten wir das sie alles gesehen hatte und als Zeugin bereitstehen würde. Dann allerdings wollte sie urplötzlich weiter, gab uns ihren Namen, Adresse und meinte nur der Polizist würde sie schon kennen. Währenddessen hatte sich schon eine ansehnliche Traube von Menschen um das Geschehen gebildet und die Feuerwehrsirene des Ortes begann laut zu schellen. Nachdem wir nun wussten das es allen beteiligten gut zu gehen schien, befassten wir uns erstmal mit dem Schaden an unserm Auto und Helmut schoss wieder Geistesgegenwärtig Fotos vom ganzen Unfallgeschehen. Dafür das dass Fahrzeug des Unfallverursachers völlig zerstört auf dem Dach vor uns lag, war an unserem erstaunlich wenig zu sehen. Die hintere rechte Seite war dort wo er uns getroffen hatte eingedellt und ansonsten war nicht viel zu sehen, aber da das rechte hintere Rad platt war und schräg stand war eines klar, die Fahrt mit Rühri war hiermit beendet! Nach kurzer Zeit traf dann auch die Feuerwehr, sowie die Ambulanz ein und sperrten alles ab. Immer wieder kamen Leute, fragten ob mit uns alles ok wäre und wie das ganze überhaupt passiert wäre. Der junge Fahrer hüpfte immer noch wie angestochen herum, beteuerte immer wieder das er nicht schuld seit und musste erstmal von den anwesenden beruhigt werden. Inzwischen bekam das ganze langsam Volksfest Charakter und irgendwie bekam man das Gefühl das es sich hier um eine riesen Party handelte. Ein Feuerwehrmann fragte mich wie das alles passiert wäre und meinte dann nur lächelnd, da hätte ich wenigstens richtig was zu erzählen wenn ich wieder heim komme. Nach einer Weile traf dann auch endlich die Polizei ein, allerdings nicht bei uns, nachdem wir uns das ganze eine Weile angeschaut hatten, ergriff Helmut wieder die Regie und ging zu Polizei und Doctor. Er wies den Polizist gerade darauf hin, das der Junge uns ziemlich betrunken vorkam und er doch bitte eine Alkoholkontrolle durchführen sollte, als auch schon der Doc die selbe Aussage tätigte. Basti versuchte derweil unsere Autovermietung zu erreichen, um zu erfahren wie es weiter gehen sollte, danach stand fest wir sollten unser Auto vom AA abschleppen lassen und für alles weiter morgen früh in der Zentrale nachfragen. Währenddessen sprach mich ein junges Mädel alles andere als begeistert an wie das ganze den passiert wäre und es stellte sich heraus, das es wohl ihr Auto war und der Fahrer ihr Freund. Der Abschleppdienst war dann auch eingetroffen, richtete zuerst das andere Fahrzeug auf und zog es mit einer Kette auf den Abschlepper. Der Polizist hatte sich bisher nicht bei uns blicken lassen, aber da Helmut bei ihm war wussten wir das er nun noch mal kurz weg müsste und in einer halben Stunde wieder da war. Die Feuerwehr begann nun die Straße auf Neuseeländische Art zu säubern, das grobe wurde zusammen gekehrt und alles weitere einfach mit dem Feuerwehrschlauch Richtung Abfluss davon gespült. Das bei dem anderen Fahrzeug so ziemlich alles Betriebsstoffe wie Öl und Kühlwasser auf der Straße verteilt waren schien dabei keine Rolle zu spielen, die wurden mit Bremsen Reiniger gelöst und davon gespült. Dazu viel uns dann wieder das vielerorts gesehen Schild auf den Abflüssen „flows to the see“ ein, so viel zum grünen Neuseeland. Nach dem nun alle ihren Spaß gehabt hatten, merkte man dass es jetzt langsam Zeit für den Feierabend war, der Polizist war noch nicht wieder zu sehen und die Feuerwehrleute meinten das wir unser Auto leer machen müssten, damit es der Abschlepper mitnehmen könnte. Eines muss man aber immer wieder betonen, es gibt in Neuseeland sehr viele freundliche und Hilfsbereite Menschen. Eine Frau fragte uns ob wir schon eine Übernachtung hätten und ein Feuerwehrmann holte gerade seinen Pick up um uns mit unseren Sachen zum Motel zu fahren. Daraufhin war alles sehr schnell auf der Ladefläche verstaut und wir machten uns eigentlich nur Gedanken, weil wir ja eigentlich auf den Polizisten warten sollten. Die Feuerwehrmänner meinten aber das sie ihm schon bescheid sagen würden, also konnten wir halbwegs beruhigt zum Motel fahren, bedankten uns bei dem netten Fahrer und räumten erstmal alles rein. Im Hotel angekommen waren wir alle drei immer noch völlig fassungslos und versuchten das gerade geschehene noch mal gemeinsam durch zu gehen. Wir schätzten das dieser Vollidiot uns mit locker 100 km/h an der hinteren rechten Ecke erwischt haben musste und sich durch das gegenlenken an unserem rechten Hinterrad einhackte. Dadurch sahen Basti und Helmut Ihn dann nur noch an uns vorbei durch die Luft fliegen und er überschlug sich Filmreif vor uns und blieb auf dem Dach liegen. Dabei malten wir uns erstmal aus was hätte passieren können, wenn er uns mit unserer kleinen Hutschachtel richtig getroffen hätte, da wär es für mich hinten drin ganz schön eng geworden. Vorher hatten wir uns noch viele Gedanken gemacht, was denn die Mietfirma zum Unfall sagen würde, da dass in Neuseeland alles relativ schwammig ist. Alles in allem waren wir natürlich erstmal ziemlich froh das alles so glimpflich für uns ausgegangen war und keinem etwas passiert war. Außerdem muss der Vollidiot wohl nicht angeschnallt gewesen sein und muss wohl einen Glücksengel gehabt haben das er nur mit ein paar Schrammen da heraus kam. Inzwischen war es nun schon etwa halb 12 abends, aber der Polizist war immer noch nicht da gewesen, wir waren völlig fertig von unserer harten Wanderung, sowie vom gerade erlebten und wollten eigentlich nur noch ins Bett. Basti und ich gingen erstmal duschen und als ich dann wieder heraus kamen war dann der Polizist doch endlich da und saß gerade mit den beiden am Tisch. Der sehr freundliche Polizist Elliot sah aus wie wenn wir ihn direkt aus dem Bett geholt hatten, er saß in Badeschlappen,kurzer Hose, wo die Buchse herausschaute und Mütze mit uns am Tisch. Während des Gespräches bemerkten wir schnell das Polizeiarbeit in Neuseeland wohl anders aussieht, Bilder hatte er keine, da seine Kamera nicht funktioniert hatte und außerdem fragte er uns auch noch nach unserem Kennzeichen. Also zeigten wir ihm schnell unsere Bilder, aus denen er auch gleich noch das Kennzeichen entnehmen konnte. Ansonsten füllte er seinen Bericht mit uns zusammen aus und erklärte uns das der junge Fahrer wohl mehr als das doppelte des erlaubten Alkohollimits hatte, was dann wohl mindestens 1,6 Promille waren. Nachdem er dann alle Daten von uns hatte, fragte er außerdem noch wie das ganze in Deutschland wäre und wie hoch den da die Strafen in Deutschmark wären. Wir schauten uns an, ob er das jetzt ernst meinte und erklärten ihm das in Europa alle Länder eine gemeinsame Einheitswährung, den Euro hätten. Als dann alles geklärt war, verließ er uns mit der Bitte, dass wir ihm die Fotos noch mal zu schicken sollten und wir konnten gegen halb 1 endlich ins Bett gehen.

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